20.2.2026 (ca)
Der Neubau der Uniklinik Augsburg bleibt weiterhin ein interessantes Thema für die Tagespresse. Vor kurzem (18.2.2026) berichtete die Augsburger Allgemeine Zeitung in ihrem Beitrag „Uniklinik muss Pflegemittel für 8900 Euro wegwerfen“ (vom 18.2.2026, Ausgabe-Nr. 40, S. 34) von nicht unerheblichen Kostenmissständen:
mehr ...
„Als „bodenlos“ bezeichnet eine Frau, die anonym bleiben möchte, die Auswirkungen des Umzugs der Intensivstationen an der Uniklinik Augsburg (UKA). Die ehemals am Klinikum tätige Frau spricht von einer „Verschrottung von Pflegemitteln“. Denn: Durch den Neubau des Intensivzentrums sollen laut ihrer Auskunft massig Pflegemittel aus den bisherigen Stationen im Müll landen. Sie fordert eine Erklärung. Wie ein Sprecher des Klinikums auf Anfrage mitteilt, wurden tatsächlich Pflegemittel wie Verbände und Salben entsorgt. Er erklärt, wieso die Materialien nicht weiterverwendet werden können. Die Mittel seien „aus Gründen der Hygiene und Patientensicherheit“ weggeworfen worden, so der Sprecher. „Die Menge der entsorgten Materialien mag für Außenstehende möglicherweise hoch erscheinen. Betrachtet man jedoch den Gesamtumfang des Umzugs eines kompletten Gebäudes mit mehreren großen Intensivstationen sowie einer Überwachungsstation (IMC), relativiert sich sowohl die Menge als auch die damit verbundenen Kosten deutlich“, heißt es in der Mitteilung des Klinikums. Die weggeschmissenen Pflegemittel hatten demnach einen Einkaufswert von rund 8900 Euro. […] Im Vorfeld des Umzuges habe man den Bestand auf 70 Prozent des üblichen Lagerbestandes reduziert, um den späteren Materialverwurf möglichst gering zu halten, ohne die laufende Patientenversorgung zu gefährden. So zu kalkulieren, dass es keinerlei Überschuss gibt, sei nicht möglich gewesen. […]“
Den gesamten Beitrag online lesen unter: https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/uniklinik-augsburg-muss-nach-umzug-der-intensivstationen-pflegemittel-im-wert-von-knapp-9000-euro-wegwerfen-113471311
Es ist doch sehr beachtlich, mit welchen großen Planungs- und Kalkulationsunsicherheiten der Klinikbetrieb vonstattengeht und entsprechende Verbrauchsabweichungen, sprich kostenintensiver „Materialverwurf“, als tolerierbar erachten werden! Wie verhält sich dies erst bei ganz anderen Kalkulationsdimensionen, nämlich den Berechnungen von zeitlichem Aufwand und Errichtungskosten für den Neubau der Uniklinik? Gerade der Aspekt von „Zeit“ und „Kosten“ ist für die Entscheidungsträger der Stadt Augsburg offenkundig von größter Relevanz für ihre Vorfestlegung auf das Baufeld „West“. Man ist sich dabei scheinbar so sicher, dass man auf eine ergebnisoffene Alternativenprüfung verzichten möchte. Davon kann angesichts mannigfaltiger Imponderabilien nur abgeraten werden. Vielmehr wäre eine umfassende und fundierte Varianten-Rechnung unter Einbezug aller Kosten, d.h. der betriebswirtschaftlichen wie auch der „externen“, sprich gesamtgesellschaftlichen Kosten, und eine Darlegung belastbarer Zeitpläne erforderlich, und dies mit Öffentlichkeitsbeteiligung! Wobei die Alternativenbetrachtung sich nicht nur auf das Baufeld „West“ respektive Baufeld „Ost“ beschränken, sondern auch die einstmals erwogene Sanierung des Bestandsgebäudes wieder in den Blick genommen werden sollte. Gerade letzteres wäre unter dem Aspekt der Kosteneinsparung und speziell auch der Ressourcenschonung, d.h. Müllvermeidung, besonders bedeutsam.
Umfassende Informationen zum Neubau Uniklinik Augsburg finden sich auf der Themenseite vom BUND Naturschutz Kreisgruppe Augsburg unter: https://augsburg.bund-naturschutz.de/uka