2.3.2026 (ca)
Die vergangene Wochenende-Ausgabe der Augsburger Allgemeine Zeitung (28.2.2026, Ausgabe-Nr. 49, mit Augsburger Land) bot reichlich Lesestoff zum Thema Neubau Uniklinik Augsburg. In gleich vier Beiträgen, unter anderem mit dem Titel „Kurz vor der Wahl kocht das Thema Uniklinik nochmal hoch“, wurde das jüngste Agieren der Augsburger Stadtregierung, die Problematik der Standortvorentscheidung für die betroffenen Anliegerkommunen sowie der übergeordnete Aspekt einer unsicheren Finanzierung der Maßnahme thematisiert. Insofern könnte man von einer „AZ-Sonderedition“ sprechen. Hier einige Auszüge aus der sehr lesenswerten Ausgabe:
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(1) Im Beitrag „Planverfahren für Klinikums-Neubau startet“ (S. 36) kann man lesen: „Der Stadtrat hat am Donnerstag fast einstimmig dafür gestimmt, das Bebauungsplanverfahren für den Neubau der Uniklinik zu starten. Wie berichtet sorgt die drohende Abholzung des Klinikums-Parks für Unmut in Reihen von Naturschützern. Letztlich stimmten aber nur Roland Wegner (V-Partei3) und Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand) gegen den Verfahrensstart. […] Das Verfahren dürfte mehrere Jahre dauern, in absehbarer Zeit wird die Öffentlichkeitsbeteiligung starten. Es zeichnet sich schon ab, dass gegen einen rechtskräftigen Bebauungsplan Klage eingereicht werden dürfte. Der Bund Naturschutz merkte bereits an, dass auch dies ein Zeitrisiko darstellen könnte.“
(2) Im Beitrag „Kurz vor der Wahl kocht das Thema Uniklinik nochmal hoch“ (Augsburger Land S. 3) erfährt man: „Die Stadt Augsburg will im Baugenehmigungsverfahren zum Neubau der Uniklinik lediglich das westliche Baufeld vertieft betrachten - ein Umstand, der unter anderem der SPD in Neusäß nicht gefällt. […] Immerhin gebe es doch ein interkommunales Abstimmungsgebot bei Bauvorhaben in direkter Nähe zu Gemarkungsgrenzen. […] So gibt es beim Thema Verkehr einige sehr problematische Stellen, wie den Kreisverkehr zwischen der Augsburger Kobel- und Neusässer Straße sowie der Hauptstraße und der Westheimer Straße in Neusäß. Im Zuge der Bauvorplanung ist auch dort der Verkehr rund um die Uniklinik untersucht worden. Das Ergebnis: Es besteht an dieser Stelle kein Handlungsbedarf. Der Grund sei „nach einer etwas absurden Behördenlogik“ folgender: Hier sei die Leistungsfähigkeit schon so schlecht, dass sie durch den Neubau der Uniklinik nicht mehr schlechter werden kann. […]“
(3) Im AZ-Kommentar (Augsburger Land S. 1) heisst es dazu: „Der Neubau der Uniklinik und die damit verbundenen Auswirkungen beschäftigen weiterhin die Menschen in den Nachbarkommunen Neusäß und Stadtbergen. […] Bei alledem sind die Nachbarstädte zunächst machtlose Zuschauer, was immer ein ungutes Gefühl ist: Formell noch nicht mitreden zu dürfen, aber die Konsequenzen mittragen zu müssen. […] Nicht förderlich sind dabei die vielen ungeklärten Fragen: Können die ohnehin überlasteten Straßen den Baustellen-Verkehr zusätzlich aufnehmen? Wohin mit den riesigen Mengen Erdaushub? Wo kann der Klinikpark ersetzt werden? Welche konkreten Belastungen kommen auf die Anwohner zu? Was passiert mit dem Bestandsgebäude? […]“
(4) Ein Meta-Thema greift der Beitrag „Fragezeichen hinter Augsburgs Uniklinik“ (S. 13) auf: „Auf dem Papier läuft es prächtig für das teuerste Bauvorhaben in der Geschichte Augsburgs, mit dem Bayerns drittgrößte Stadt große Hoffnungen verbindet. Die Stadtpolitik hat jetzt den Weg frei gemacht für das weitere Genehmigungsverfahren für den Neubau der Uniklinik und die Staatsregierung will um die Osterferien herum erklären, wie sie den Milliardenbau stemmen will. […] Doch intern stehen in München große Fragezeichen hinter dem Vorhaben. […] Worum es auch gehen wird, selbst wenn Blume das nicht sagt: Wo lässt sich finanziell abspecken? […]“
Bild: Der Neubau der Uniklinik ist selbst ein Notfallpatient?!