31.8.2026 (ca)
Seit Ende Juli sucht die Stadt Augsburg per Stellenausschreibung eine neue Führungsperson für das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF). Unsere Naturschutzallianz hat nicht nur Interesse an einer zügigen Stellenbesetzung, um hier einen zentralen Ansprechpartner zu haben, sondern sieht besonders hohe fachliche Anforderungen bei der Gestaltung des Augsburger Stadtgrüns, die von einer neuen Amtsleitung zu erfüllen wären. Leider wird eine qualifizierte Amtsbesetzung wohl noch dauern. Denn die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtet heute unter obiger Schlagzeile (31.8.2026, Ausgabe-Nr. 199, S. 32 und Kommentar) wie folgt:
mehr ...
„Seit ihrer Abwahl war viel über Eva Webers berufliche Zukunft spekuliert worden. Nun hat die ehemalige Oberbürgermeisterin eine neue Aufgabe in Aussicht. Sie muss einen Umweg nehmen. […] Denn die Stadt als frühere Arbeitgeberin ist laut Gesetz zwar verpflichtet, der ehemaligen OB so schnell wie möglich wieder eine adäquate Stelle anzubieten. Da es sich in diesem Fall aber um eine höher dotierte Position – die Rede ist von Besoldungsgruppe A16 – handeln dürfte, war niemand davon ausgegangen, dass für Weber bereits zum September eine Aufgabe zur Verfügung stünde. […] Doch dann ging alles schnell. Denn nach Recherchen unserer Redaktion passt Webers Profil auf eine Stelle, die die Stadt bis vor ein paar Tagen öffentlich ausgeschrieben hatte: die Leitung des Amts für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF), eine in Besoldungsgruppe A16 angesiedelten Stelle im Zuständigkeitsbereich von Umweltreferent Frank Pintsch (CSU). OB Florian Freund (SPD), heißt es, habe Weber diese Stelle angeboten, sie soll sie zum 1. September antreten. Doch dazu wird es nicht kommen, wie die Altoberbürgermeisterin AZ-Informationen bestätigt. Denn Eva Weber hat beruflich andere Aussichten. „Der Freistaat Bayern möchte mich übernehmen, und zwar zur gleichen Dotierung wie bei der Stadt“, teilt Weber auf AZ-Anfrage schriftlich mit. „Dies kann nur aus einem bestehenden Beamtenverhältnis heraus im Wege der Versetzung geschehen, ausschließlich zu diesem Zweck wurde der Rückkehranspruch geltend gemacht. Dies wurde auch allen Beteiligten gegenüber offen kommuniziert.“ Dennoch wird Eva Weber ab 1. September wieder offiziell Mitarbeiterin der Stadt Augsburg sein. Die Aufgabe der Grünamtsleiterin wird sie allerdings nicht antreten: „Im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen der Stadt werde ich nun zunächst Überstunden und Urlaub einbringen, um die Zeit bis zu einer Übernahme durch den Freistaat überbrücken zu können.“ […] Eine weitere Änderung, die mit der beruflichen Neuorientierung Webers einhergeht, betrifft ihr kommunalpolitisches Engagement: Mitarbeiter einer kommunalen Verwaltung dürfen laut bayerischer Gemeindeordnung nicht gleichzeitig im Stadt- oder Gemeinderat sitzen. Eva Weber wird ihr Stadtratsmandat deshalb zum nächstmöglichen Zeitpunkt abgeben müssen.“ Den gesamten Beitrag online lesen unter:
https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/eva-weber-oberbuergermeisterin-augsburg-neuer-job-was-macht-eigentlich-freistaat-kritik-115095089
Im AZ-Kommentar zu diesem Beitrag heisst es unter der Überschrift „Ein vergiftetes Jobangebot“ trefflich: „Hatte das ungewöhnliche Jobangebot an Augsburgs Altoberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) nur den einen Zweck, sie aus dem Augsburger Stadtrat zu befördern? Die aktuelle Personalrochade der Stadtspitze lässt nach genauerer Betrachtung eigentlich nur diesen Rückschluss zu. Und zwar aus folgenden Gründen: Alt-OB Eva Weber hatte ihr Rückkehrrecht zur Stadt nur deshalb geltend gemacht, weil dies die Voraussetzung ist, um beim Freistaat einen neuen Job annehmen zu können. Dass sie den Posten in München demnächst antreten würde, hatte sie der Stadtspitze nach eigener Aussage mitgeteilt. Verwerflich ist daran nichts: Es ist ein Vorgang, wie es ihn nach der Abwahl von Politikern so zwar noch nie in Augsburg, in Bayern aber doch zigfach gegeben hat. Florian Freund wusste also, dass Weber nie wirklich bei der Stadt anfangen wollte. Trotzdem hat er ihr ein hoch dotiertes Spitzenamt (Besoldungsstufe A16) angeboten, für das eigentlich eine andere Lösung vorgesehen war. Immerhin gab es für die Leitung des Grünamts eine öffentliche Ausschreibung. Es gab Bewerber (unter denen Eva Weber eher nicht gewesen sein dürfte), die Zeit und Hoffnung in dieses Verfahren gesteckt haben. Dass der Posten nun als solch unehrliches Angebot herhalten muss, degradiert das Bewerbungsverfahren zur Farce und verzögert es unnötig. Denn sobald Eva Weber wirklich zum Freistaat wechselt, muss das Amt ja doch besetzt werden. […]“.
Bild: Eva Weber in ihrer Zeit als Augsburger Oberbürgermeisterin (Quelle: By Felix Baptist - felixbaptist.com, CC BY-SA 3.0 de,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=127846644)